Kurzbiografie

Helmut J. Psotta, Foto: Arndt Beck, 2012
Helmut J. Psotta, Foto: Arndt Beck, 2012

HELMUT J. PSOTTA

am 9. November 1937 geboren in Bottrop

früher Musikunterricht und autodidaktisches Zeichnen und Schreiben

Ausbildung zum Glasmaler in der Werkstatt von Emil Peters (Bottrop und Paderborn)

gewinnt 1957 den Jugendkunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen

studiert u.a. Angewandte Malerei an der Folkwangschule Essen bei Prof. Max Burchartz

ersten Atelier in Gahlen am Niederrhein

wechselt zum Studium der Metallgestaltung (Email) an die Peter-Behrens-Werkkunstschule zu Prof. Lili Schultz

gewinnt 1961 mit seinen Glasfensterentwürfen für die Kirche El Verbo Divino (Santiago de Chile) einen internationalen Wettbewerb

erhält daraufhin eine Professur an der Pontificia Universidad Católica in Santiago de Chile und leitet ab 1963 den Lehrstuhl für Liturgische Kunst an der dortigen Architekturfakultät

neben seiner Lehrtätigkeit entstehen u.a. die freien Serien Archaische Balladen, Horcónes und Poesía Quéchua (Malerei)

arbeitet nach seiner Rückkehr im Jahr 1967 freischaffend und lehrt bis Ende der 1970er Jahre an verschiedenen Universitäten in den Niederlanden und der Bundesrepublik (u.a. Amsterdam, Eindhoven, Maastricht, Groningen, Bielefeld und Düsseldorf)

die Rijksakademie van Beeldende Kunsten Amsterdam publiziert seine kritische Gestaltungstheorie De vraag van het begin (Die Frage nach dem Anfang), seine umfangreiche kunsttheoretische Bildvortragsreihe entsteht, dazu zahlreiche Studienarbeiten, zudem die freien Serien Pornografie (Mischtechnik/Collage) und Sodom (Zeichnung) und eine Vortragsreihe zum Werk von Pablo Neruda

ab 1982 Gastprofessor an der Pontificia Universidad Católica del Perú (Lima)

beendet sehr bald seine Lehrverpflichtungen, gründet die Grupo Chaclacayo und lebt mit ihren Mitgliedern im peruanischen Andengebirge

beginnt mit der Verwirklichung des multimediale Kunst-Projekts Todesbilder (Zeichnung, Performance, Installation, Fotografie)

die Ausstellung Perú — un Sueño (1984) im Museo de Arte de Lima löst außergewöhnliche öffentliche Reaktionen aus

unter seiner Leitung intensiviert die Gruppe die Arbeit am Todesbilder-Projekt noch einmal erheblich; die ästhetischen Ausdrucksmittel werden extrem ausgeweitet

die Realisierung des Projekts wird nach fast sieben Jahren abgeschlossen

das Todesbilder-Projekt wird ab 1989 unter dem zusätzlichen Titel Peru oder Das Ende des europäischen Traums in zahlreichen Ausstellungen und Performance-Veranstaltungen als work in progress in Deutschland gezeigt (u.a. IfA Forum Stuttgart, Badischer Kunstverein Karlsruhe, Museum Bochum, Künstlerhaus Bethanien Berlin, Zentrum für Kunstausstellungen der DDR/Galerie am Weidendamm Berlin, Maxim-Gorki-Theater Berlin, Theaterfestival Herne)

im Festspielhaus Hellerau (Dresden) inszeniert er 1994 den Prolog zum Parsifal-Projekt

die Grupo Chaclacayo löst sich 1995 auf

Rückkehr nach Chile; dort plant er für das restaurierte Opernhaus in der Ruinenstadt Chacabuco inmitten der Atacama-Wüste das Orpheus-Projekt als weitangelegtes Environment; u.a. entstehen dazu der Filmroman Asfixia und die Bilderfolge El Retorno de Orfeo (Orpheus kehrt zurück) (Zeichnung und Fotografie)

das Goethe-Institut in Santiago de Chile präsentiert eine Retrospektive seiner Performance-Aufzeichnungen

ab der Jahrtausendwende lebt er in Berlin, wo er über einige Jahre den Fotoessay Autopsie 2000 — Stillstand der Geschichte erarbeitet; in Berlin wird ein fünfteiliger Ausstellungszyklus realisiert

nach jahrelanger Abstinenz beginnt er 2007 wieder mit dem Zeichnen und widmet sich bis zu seinem Lebensende der großen dreiteiligen Serie INRI (Zeichnung), die er Pier Paolo Pasolini widmet

Helmut J. Psotta stirbt am 29. Dezember 2012.

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