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Helmut J. Psotta (1937-2012)

Nicht das Vergnügen, nicht der Ruhm, nicht die Macht: die Freiheit, einzig die Freiheit.

Fernando Pessoa

Helmut J. Psotta (1937-2012)

Am 29. Dezember 2012 ist der Künstler Helmut J. Psotta im Alter von 75 Jahren verstorben.

Seine Ausstellung Radikale Poesie – Frühe Arbeiten 1954 – 1962 (hier einige Fotos), die noch bis zum 17. Februar 2013 im Berliner studio im hochhaus (Website derzeit nicht aktuell) läuft, war eigentlich als „Geschenk“ zu seinem Geburtstag gedacht. Nun ist sie sein Requiem.

In junge Welt ist ein Bericht zu Ausstellung und Leben von H.J. Psotta erschienen, wenig später auch ein kurzer Nachruf.

Zu Ehren von Helmut J. Psotta findet am Freitag, den 8. Februar 2013, 19 Uhr, im studio im hochhaus eine Gedenkveranstaltung für ihn statt. Es werden Texte und Briefe von ihm gelesen sowie ein Ausschnitt aus einer Performance gezeigt, die er im Rahmen seiner radikalsten Arbeit, dem Todesbilder-Projekt, am 25. Mai 1990 in der Studiobühne des Maxim-Gorki-Theaters realisierte.

Außerdem wird der nun endlich erschienene Katalog zur Ausstellung vorgestellt. Hier bekommt man einen guten Eindruck davon (leider ist die Darstellung nicht ganz fehlerfrei, häufig ziehen sich Streifen über die Bilder – ich werde versuchen, das zu verbessern):

Der Tod von Helmut J. Psotta ist ein schwer zu beschreibender Verlust. Es bleibt eine Leere, die nie wieder gefüllt werden kann.

Blick in die Ausstellung: H.J. Psotta – Radikale Poesie – studio im hochhaus – Berlin

Noch bis zum 17. Februar 2013 kann man im studio im hochhaus die Ausstellung „H.J. Psotta – Radikale Poesie – Frühe Arbeiten 1954-1962“ besuchen. Für Unentschlossene und solche, die nicht nach Berlin kommen können, hier ein kleiner Einblick (einfach auf das Bild unten klicken):

H.J. Psotta - Radikale Poesie - studio im hochhaus

Zum 75sten Geburtstag von H.J. Psotta brachte die WAZ-Bottrop einen Artikel zu seinen frühen Jahren, der leider im zweiten Satz eine redaktionelle Verschlimmbesserung enthält. Deutlich schöner ist er übrigens auf Papier (pdf).

Und: der Katalog läßt noch ein wenig auf sich warten, ist aber auf einem guten Weg.

PS: Dank an Uwe Seibt für die Fotos!

2. November: Einladung zur Ausstellung


HELMUT J. PSOTTA
RADIKALE POESIE
Frühe Arbeiten
1954-1962

[Einladungskarte als pdf]

Eine Ausstellung der Extraklasse: den 75sten Geburtstag von Helmut J. Psotta feiert das studio im hochhaus mit einer nie zuvor gezeigten Schau seines Frühwerks.

H.J. Psotta wuchs im Ruhrgebiet der Nachkriegszeit heran und zeigte bereits sehr früh ganz außerordentliche Talente: er musizierte, dichtete und malte schon in jungen Jahren, erlernte den Beruf des Glasmalers, studierte Malerei an der Folkwangschule Essen, wechselte bald zur Werkkunstschule Düsseldorf und gewann im Jahr 1961, im Alter von nur 23 Jahren, mit seinen Glasfensterentwürfen einen renommierten internationalen Wettbewerb, der ihm kurze Zeit später die Leitung des Lehrstuhls für Gestaltung an der Universität in Santiago de Chile einbringen sollte und ihm eine Entwicklung seiner künstlerischen Ausdrucksfähigkeiten ermöglichte, die ihresgleichen sucht.

In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler stellt der Kurator Arndt Beck eine Auswahl von Arbeiten der frühen Jahre zusammen: im Zentrum steht dabei als »Schlüsselwerk« Psottas sechsteiliger Glasfensterentwurf aus dem Jahr 1961. Neben vielen weiteren Arbeiten zeigt die Ausstellung die beeindruckend reifen und poetischen Jugendwerke Apokalypse, Seidenbilder und Die verletzten Glaskönige. Es ist eine radikale Poesie, die sich nur jenseits des Kunstmarkts entwickeln konnte und bereits den später auch politischen Radikalismus des Künstlers H.J. Psotta (etwa in dem Projekt Todesbilder) erahnen läßt …

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (dazu in Kürze mehr).

Vernissage: Freitag, den 2. November 2012, 19 Uhr

Es spricht: Arndt Beck, Kurator der Ausstellung

Musik: Oleksandr Babenko, Violine u.a.

Ausstellungsdauer: 4. November 2012 bis 3. Februar 2013

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt
Zingster Str. 25
13051 Berlin
Telefon/Fax: 030 929 38 21

Kartenansicht

Öffnungszeiten der Ausstellungen: Mo – Do 11 bis 19, Fr 11 bis 16 und So 14 bis 18 Uhr
Schließzeit: 17. Dezember 2012 bis 4. Januar 2013 und an den gesetzlichen Feiertagen
S-Bahn (S 75) bis Wartenberg oder Hohenschönhausen Tram M4, M5 / Ahrenshooper Str. M4, M17 / Prerower Platz

Vom Werden und Vergehen

Helmut J. Psotta schuf seine Bilderfolge „Archaische Balladen“ vor fast 50 Jahren, nach seiner Ankunft aus Europa in Lateinamerika. Diese Arbeiten wurden bisher noch nie öffentlich gezeigt. Die hier abgebildeten fünf Aquarelle (bitte aufs Bild klicken) sind derzeit in der Ausstellung Vom Werden und Vergehen – Suche nach der Identität im Berliner studio im hochhaus zu sehen.

Traum

Seine Eindrücke der Ankunft und der Arbeit an der Bilderfolge schildert er so:

Vom Werden und Vergehen weiterlesen

10. Juli: Film und Gespräch

Innerhalb der Todesbilder-Tournee der Chaclacayo-Gruppe fanden im Mai 1990 – kurz nach dem Mauerfall – im Berliner Maxim-Gorki-Theater vielbeachtete Performance-Aufführungen statt, die integral aufgezeichnet wurden. Aus dem Zyklus Miserére zeigen wir einen gesamten Abend – H.J. Psotta, der Gründer und Leiter der Künstlergruppe, wird den Film vorstellen und kommentieren.

Freitag, 10. Juli 2009, 19.30 Uhr

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt

Zingster Straße 25, 13051 Berlin (Hohenschönhausen)

Telefon / Fax: + 49(0)30 – 929 38 21

Eintritt: 4,- / erm.: 2,- €

S 75 bis Wartenberg oder Hohenschönhausen; Tram M4, M5 / Ahrenshooper Str.; M4, M17 / Prerower Platz (4 Minuten Fußweg) Kartenvorbestellungen: Mo – Do 11 bis 19 und Fr 11 bis 16 Uhr

14. November: H.J. Psotta liest aus ASFIXIA

Im Rahmen der Ausstellung HELDENGEDENKEN liest Helmut J. Psotta aus seinem unveröffentlichten Roman ASFIXIA.

Im Winter 1969/70 hatte Helmut J. Psotta einen äußerst klaren und symbolhaften Fiebertraum, eine Phantasie, die sich zwischen faschistischer Ästhetik und post-modernem Körperkult bewegt und damit thematisch nahtlos in die Ausstellung HELDENGEDENKEN einfügt.

Er protokollierte sofort nach dem Erwachen die „Handlung“. Knapp 30 Jahre später fand er die Protokolle wieder und erarbeitete auf dieser Grundlage einen Roman, der ebenso als Drehbuch konzipiert ist. Erstmals liest nun Helmut J. Psotta aus ASFIXIA – Der Orpheus-Traum.

Freitag, 14. November 2008, 19.30 Uhr

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt

Zingster Straße 25, 13051 Berlin (Hohenschönhausen)

Telefon / Fax: + 49(0)30 – 929 38 21

Eintritt: 4,- / erm.: 2,- €

S 75 bis Wartenberg oder Hohenschönhausen; Tram M4, M5 / Ahrenshooper Str.; M4, M17 / Prerower Platz (4 Minuten Fußweg) Kartenvorbestellungen: Mo – Do 11 bis 19 und Fr 11 bis 16 Uhr